Sonntag, 27. Januar 2008

Sich wiederholen

Wer nichts tut
Wiederholt sich
Auch nicht

Nur wer sich
Wiederholt
Holt sich
Ab und an
Wieder

Und muss sich
Verloren haben
Zuvor

Der Fehler
Wiederholt sich
So lang
Bis er
Erkannt

Erst der Tod
Stoppt
Den Zyklus
Des Wiederholen.

Donnerstag, 10. Januar 2008

Aus dem Bett!

Der Morgen ist Hoffen
Der Abend Wissen
Nun frisch heraus
Aus warmen Kissen

Geh du den Tag
Er schenkt dir Licht
Du bist beschienen
Vergiss das nicht

Mittwoch, 9. Januar 2008

Sterben wie ein Abend

Wenn das Leben
Wie ein Tag ist
Dann soll mein Tod
Wie dieser Abend sein
Glücklich
Warm
Zufrieden
Erleuchtet

Matt erfüllt
Ohne Sehnsucht
Nach mehr
Keine Zahlen
Keine Zeilen
Kein Wollen
Kein Muss

Die letzte Hoffnung
Heisst einfach
Schluss

Montag, 7. Januar 2008

Gretchenfrage?

Jung bleibt
Der den Tod
Nicht fürchtet

Erwachsen
Der doch
Von ihm weiss

Wie steinern
Viele junge Masken
Und voller Leben
Mancher Greis

Samstag, 5. Januar 2008

Anfang und Ende

Am Anfang
Diese Euphorie
All das Hoffen
Auf ein Leben
Eine Welt
Die da wächst
Noch in Windeln

Am Ende
Dieser Fülle
All das Trauern
Um ein Leben
Eine Welt
Die da starb
Auch in Windeln

Dazwischen
Fand ein Leben
Einfach statt
Zwischen Windeln
Werden wir der Welt
Welt
Beständig anders

Sarg und Taufstein
Stehen in einem Raum

Donnerstag, 3. Januar 2008

Grösse

Klein bleibt
Wer sich
Gross macht

Doch wer sich
Klein macht
Wird nicht
Grösser

Montag, 31. Dezember 2007

Letzter Tag

Alle Tage zählen
Nur
Vor dem Letzten
Leer wie der Tod
Ist
Der nach ihm

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Heimat

Heimat
Ist das Wort
Für die Sehnsucht
Nach der Enge
Der wir flohen

Dienstag, 18. Dezember 2007

Kind bleiben

Kind bleiben
Heisst geliebt
Werden zu wollen
Ohne vollkommen
Zu sein

Mittwoch, 28. November 2007

Nachtidyll

Alle Schafe werfen
Schwarze Mondschatten
Nicht zu sagen
Was
Projektion und
Was
Tier

Ein Mobile aus
Wahrheit und
Wirklichkeit
Zwischen Obstbäumen
Den Prospekten einer
Blauen Bühne Welt

Das Lamm ruft
Die Mutter im Zwielicht
Allein ist der Ruf
In die Nacht näher
Als das Flugzeug
Nach Süden
Aber
Nicht lauter

Mittwoch, 21. November 2007

Grosse Stunde

Einsam ist
Die
Grosse Stunde

Dienstag, 20. November 2007

Angst vorm Tod

Nach dem ich
Sterben lernte
Und mit den
Totenköpfen
Spielte
Habe ich nun
Wieder
Angst
Vorm Tod
Weil ich lebe
Mit dir

Donnerstag, 15. November 2007

Schneelicht

Auch dunkle Tage
Können
Weiss sein

Ein Weiss ohne
Gleissen
Wie die Ruhe des
Schnee

Der schluckt
Die Welt

Montag, 12. November 2007

Das Gegenteil von Macht

Das Gegenteil
Von Macht
Scheint mir
Idee
Zu sein.

Drum bin ich machtlos
Gern
Ideenreich.

Sonntag, 11. November 2007

Macht

Die grösste Macht
Ist
Über sich selbst

Donnerstag, 1. November 2007

Im Zenit

Wisse
Stehst du im
Zenit
Am Anfang
Des Abstiegs
Zu sein

Sonnenuntergänge
Sind schön
Für den der
Sie sieht
Und nicht ist

Dienstag, 30. Oktober 2007

Hendrix

Jeder Gitarrist
Nach ihm
Hat ein Problem

Er lebt

Montag, 29. Oktober 2007

Hab und Gut

Hab und Gut
Bekommt erst Wert
Wenn du es lässt
Weiss jeder
Der stirbt

Stirb!

Montag, 8. Oktober 2007

Licht

Ohne Licht
Leuchtet sogar
Schnee nicht
Bleibt schwarz
Wie mein Blick in
Die Welt vor
Dir

Ohne Licht
Bin ich
Nicht
Darum liebe
Ich
Dich
Licht

Samstag, 6. Oktober 2007

SAGE NEIN! - konstantin wecker - uferlos 1993

Wenn sie jetzt ganz unverhohlen
wieder Nazi-Lieder johlen,
über Juden Witze machen,
über Menschenrechte lachen,
wenn sie dann in lauten Tönen
saufend ihrer Dummheit frönen,
denn am Deutschen hinterm Tresen
muß nun mal die Welt genesen,
dann steh auf und misch dich ein:
Sage nein!

Meistens rückt dann ein Herr Wichtig
die Geschichte wieder richtig,
faselt von der Auschwitzlüge,
leider kennt man´s zur Genüge -
mach dich stark und bring dich ein,
zeig es diesem dummen Schwein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
ob als Priester oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
ob du sechs bist oder hundert,
sei nicht nur erschreckt, verwundert,
tobe, zürne, bring dich ein:
Sage nein!

Und wenn aufgeblasne Herren
dir galant den Weg versperren,
ihre Blicke unter Lallen
nur in deinen Ausschnitt fallen,
wenn sie prahlen von der Alten,
die sie sich zu Hause halten,
denn das Weib ist nur was wert
wie dereinst - an Heim und Herd,
tritt nicht ein in den Verein:
Sage nein!

Und wenn sie in deiner Schule
plötzlich lästern über Schwule,
schwarze Kinder spüren lassen,
wie sie andre Rassen hassen,
Lehrer, anstatt auszusterben,
Deutschland wieder braun verfärben,
hab dann keine Angst zu schrein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
ob als Schüler oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
ob du sechs bist oder hundert,
sei nicht nur erschreckt, verwundert,
tobe, zürne, bring dich ein:
Sage nein!


Eingefügte zweite Strophe auf "Gamsig":

Auch wenn jetzt die Neunmalklugen
ihre Einsamkeit benutzen
unsren Aufschrei zu verhöhnen,
öffentlich zurechtzustutzen,
wolln wir statt mit Eitelkeiten
und Zynismus abzulenken,
endlich mal zusammenstehn,
endlich mit dem Herzen denken.
Laßt uns doch zusammen schrein:
Sage nein!