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Montag, 15. Mai 2023

GOTT UND ICH IM DU

GOTT UND ICH IM DU


Wenn ich mich vor dem 
Anderen mutig öffne
Mich zeige, in meiner Verletzlichkeit, meiner
Verwundbarkeit und dünnen Haut, in meinem
Hoffen und Verzweifeln, in meiner
Stärke und meinem Elend
Dann zeige ich mich dem Anderen
Dann zeige ich mich dem Gegenüber 
Dem Du
Und Gott sieht mich

Wenn ich mich dem Anderen
Mutig öffne, ihn sehe und
Höre in seiner Verletzlichkeit, seiner
Verwundbarkeit, in seiner dünnen Haut, sein 
Hoffen und Zweifeln wahrnehme, seine
Last respektiere
Sein Leiden erkenne
Dann sehe ich den Anderen
Und in ihm mich
Dann sehe ich das DU
Und in ihm mich
Dann sieht Gott uns
Dann sieht Gott mich
Dann sehen wir Gott

Dienstag, 16. Dezember 2008

Altern und Sterben

Wer altert
Begreift
Wie kurz
Das Leben war.

Wer stirbt
Weiss
Wie kurz
Das Leben ist.

Mittwoch, 10. September 2008

Wir schwarzen Löcher

Woraus wir kommen ist
Wohin wir gehen ein
Schwarzes Loch
Ausser uns

Wir sind
Zwischen einem
Schwarzen Loch
Das uns speit und verschlingt
Für einen Hasenschiss von Zeit
Teil des Alles
Bevor wir zurück
In dumme Helligkeit
Fallen

Zeiten überwindend
Sind wir selbst
Zeit
Teil des Universum und
Universum
In sich
Expandierend in neue Räume
Sind wir selbst
Raum

Und nicht Gott
Aber Gottes
Einen Augenaufschlag lang
In dem wir nicht Nichts sind
Und selbst los

Mittwoch, 27. August 2008

Später August

Die tiefe Sonne
Macht den Himmel
Weiter
Unter dem
Der Sommer stirbt

Freitag, 14. März 2008

Frühlingstod

Es ist schwer
Wenn man im Frühling stirbt
Singen die Sänger
Die Feuer unter unseren Herzen machen
Und deren Schönheit
Ausreicht
Damit wir ihnen glauben
Ihre Anzüge
Die fassen können
Was uns gerade aufgeht
singen mit


Es ist schwer
Wenn man im Frühling stirbt
Singt ihr und bewegt uns
Feines Sediment
Auf unseren steinigen Seelen
Staub der Gefühle
Dürres Sentiment
Mehr nicht
Und wahr

Stirbt es sich schwer
Wenn anderen die Welt blüht
Alles sich locken lässt
Von zartem Sonnenstrahl
Das Bunt sich neu verliebt
In sich
Den tanzend blauen Bändern
Zum Sommernachtstraum
folgt

Wenn nur noch Liebe zählt
Und nicht mehr
Wer

DU selbst stoppst
Dieses immergleiche
Auf und Ab.
Farbe, Liebe, Dinge
Tod im Leben
Das Leid kommt
Dann wenn wir
Verbergen
Das Halten ist der Tod

Wer glücklich werden will
Geht einen Leidensweg
Wer glücklich ist
Will nichts

Frühling
Leichtes Bild
Suchen Finden Spielen Zeugen
Alles was beginnt wird enden
Wir lieben die Anfänge
Und sollten die
Enden lieben
NEU ist immer ein Trug.

*ca. 2004

Mittwoch, 9. Januar 2008

Sterben wie ein Abend

Wenn das Leben
Wie ein Tag ist
Dann soll mein Tod
Wie dieser Abend sein
Glücklich
Warm
Zufrieden
Erleuchtet

Matt erfüllt
Ohne Sehnsucht
Nach mehr
Keine Zahlen
Keine Zeilen
Kein Wollen
Kein Muss

Die letzte Hoffnung
Heisst einfach
Schluss

Montag, 7. Januar 2008

Gretchenfrage?

Jung bleibt
Der den Tod
Nicht fürchtet

Erwachsen
Der doch
Von ihm weiss

Wie steinern
Viele junge Masken
Und voller Leben
Mancher Greis

Samstag, 5. Januar 2008

Anfang und Ende

Am Anfang
Diese Euphorie
All das Hoffen
Auf ein Leben
Eine Welt
Die da wächst
Noch in Windeln

Am Ende
Dieser Fülle
All das Trauern
Um ein Leben
Eine Welt
Die da starb
Auch in Windeln

Dazwischen
Fand ein Leben
Einfach statt
Zwischen Windeln
Werden wir der Welt
Welt
Beständig anders

Sarg und Taufstein
Stehen in einem Raum

Montag, 27. August 2007

Väter und Söhne (Sein und Stein)

Am Fest
Beobachte ich einen
Jungen Mann
Der könnte mein
Sohn
Sein
Und ist es
Nicht

In seinem stillen
Ganz bei sich
Unter anderen
Sein
Erkenne ich seinen
Vater wieder

Mit Sorge

Sagen wir von einem
Anderen
Er wird wie
Sein
Vater scheitern
Am Vatermord

Dumm ist das
Lasst ihn scheitern
Hauptsache Gross
Denn Mut bleibt nach
Dem Tod in der Welt
Wie Angst auch

Erfolge vergehen
Und
Werden lächerlich
Je mehr Stein sie
Auf deinem Grab
Werden

Sonntag, 12. August 2007

Die Mücke

Schwer
Und voll
Unserem Blut
Erschlage ich
Die Mücke am
Morgen
Die gestern Abend
Nicht zu kriegen
War
Hungrig leicht
Und leer

Sonntag, 29. Juli 2007

Allein

Du bist nicht
Allein
Erfährst du
Dich allein
Tragen können
Zu müssen

Freitag, 27. Juli 2007

Zerfressen (in memoriam Ulrich Mühe)

Es ist der Verrat
Der den Verratenen
Frisst
Wie den Verräter
Auch

Stasi macht Krebs

Dienstag, 29. Mai 2007

Weinen

Die Chaconne von Bach
Der Wahsinn von Wispelwey
Filme von Trier
Gedichte von
Brecht
Müller
Strittmatter
Und so viele Bilder
Wiesen wilder Narzissen
Können mich wieder
Zum Weinen bringen

Seit WIR sind
Macht mir auch
Ein Hassbrief
Die Augen nass

Samstag, 12. Mai 2007

Tipp für einen Schlauen (1)

Lies nicht so viele Bücher
Die man gelesen haben soll
Hör nicht so viel Musik
Die man verstehen muss
Sieh nicht zu viele Filme
Die zu kennen profiliert
Überhaupt die vielen Namen
Lass sie weg
Es sind die Fremder

Lies Dinge
Die dich zum Schweigen bringen
Hör Musik
Die dich dein Instrument weglegen lässt
Für den Moment
Sage nicht frede Namen
Wenn du dich meinst
Und meine dich nicht so oft
Sei einfach

Höre auf zu verstehen
Beginne zu fühlen
Und das beginnt mit Schmerz
Erzähl mir nicht von Proust und Kafka
Wenn du im abgedunkelten Raum
Am Sonnentag
Nicht weinst
TRÄNEN FALLEN TIEFER ALS WORTE

Du liebst dein Bild
Sagt treffend Wer
Dich besser kennt als ich
Ich sage dir
Werde!
Werde mehr als dein Bild!
In dein Wasser fallen grad Steine.
Sei froh drum!

LERNE STERBEN!

Samstag, 24. März 2007

Der Haltende

Der Gehaltene
Kann
Muss
Soll
Fallen
In alle Gründe
In sich
Dem Universum
Und kann nicht
Spüren
Wie das Universum
Neben ihm
Wie der Haltende

Stirbt

Mittwoch, 7. März 2007

Vor uns

Brian Jones
Jimmy Hendrix
Sylvia Plath
Janis Joplin
Jim Morrison
Miles Davis
Curt Cobain
Sarah Kane

Ihr habt es einfach zu früh gewusst.
Alles.
Ob das gut für uns ist?
Ja!
Denn wir leben!
Leben wir?
Ihr wüsstet es.
Drum seid ihr tot.

Dienstag, 6. März 2007

Komm tanz mich, Tod

Komm tanz mich tot
Tanz mich, Tod
Komm wirbel mich
Komm lass mich springen
Bis mir die Luft
Wegbleibt
Vor lauter Luft
Da oben
Unter mir

Komm nimm du mich
Komm nimm nur du mich
Doch nimm mich
Bitte nimm mich
Zu dir
In meine Höhen
Hinauf
In dein Licht
Komm tanz mich tot
Komm tanz mich, Tod
Doch tanz mich
Bis dahin
Und über die
Tanz mich tot über diese
Die sind

Und lass sie ihre Bretter
Täglich sich an die Stirnen nageln
Bis Blut tropft und sie lecken
Oder Wurst draus machen
ICH bin ICH
Denn ich trag rot was du grün hast
Ich erfinde mich neu
Ich erfinde den Roman neu
Ich erfinde die Musik neu
Ich verstehe selbst nicht was ich spiele
Es ist nicht schön aber neu
Alles muss neu sein immer neu immer neu immer neu immer
NEU
Alles neu
Und alle Ihr versteht mich nicht
Denn nur ICH bin ICH bin neu immer neu immer neu immer neu
IMMER
Bin ich schuld
Schild mein Schild bin ich
MIR MIR MIR
Tag für Tag neu blutend aus der Stirn
Und nicht aus den Händen wie Jesu

Komm tanz mich, Tod
Tanz mich tot
Von denen weg
Die zwischen den Planken
Ihrer Renten und Versicherungen
Vergessen wofür sie sich versicherten

Komm tanz mich tot, Tod
Tanz mich weg über diese
Scheissehaufen aus Angst
Die nicht wissen, das wir leben
Um zu fliegen
Um zu tanzen
Um zu sterben
Komm tanz mich, Tod
Komm tanz mich tot
Komm tanz mich


*Hinweis auf eine Anfrage: Die einzig hier mitwirkende Droge war Grüntee. Halt Naturbreit, wie Conny R. es nannte.