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Montag, 15. Mai 2023

GOTT UND ICH IM DU

GOTT UND ICH IM DU


Wenn ich mich vor dem 
Anderen mutig öffne
Mich zeige, in meiner Verletzlichkeit, meiner
Verwundbarkeit und dünnen Haut, in meinem
Hoffen und Verzweifeln, in meiner
Stärke und meinem Elend
Dann zeige ich mich dem Anderen
Dann zeige ich mich dem Gegenüber 
Dem Du
Und Gott sieht mich

Wenn ich mich dem Anderen
Mutig öffne, ihn sehe und
Höre in seiner Verletzlichkeit, seiner
Verwundbarkeit, in seiner dünnen Haut, sein 
Hoffen und Zweifeln wahrnehme, seine
Last respektiere
Sein Leiden erkenne
Dann sehe ich den Anderen
Und in ihm mich
Dann sehe ich das DU
Und in ihm mich
Dann sieht Gott uns
Dann sieht Gott mich
Dann sehen wir Gott

Mittwoch, 10. September 2008

Wir schwarzen Löcher

Woraus wir kommen ist
Wohin wir gehen ein
Schwarzes Loch
Ausser uns

Wir sind
Zwischen einem
Schwarzen Loch
Das uns speit und verschlingt
Für einen Hasenschiss von Zeit
Teil des Alles
Bevor wir zurück
In dumme Helligkeit
Fallen

Zeiten überwindend
Sind wir selbst
Zeit
Teil des Universum und
Universum
In sich
Expandierend in neue Räume
Sind wir selbst
Raum

Und nicht Gott
Aber Gottes
Einen Augenaufschlag lang
In dem wir nicht Nichts sind
Und selbst los

Freitag, 17. August 2007

Im Solbad

Auf dem Rücken liegend
Schwimme ich in Tränen
Nur Himmel im Blick
Stören zwei Tauben
Nicht

Sonntag, 27. Mai 2007

Heimat

Heimat war
Gestern
Zuhaus bin ich
Heute

Dienstag, 22. Mai 2007

Instrument

Wer kein Instrument
Kann
Hat auch nie gelernt
Im Ensemble
Zu spielen

Donnerstag, 10. Mai 2007

in memoriam

einer grossen frau, die auch wenn seit zwei jahren tot immer in mir weiterleben wird, wie ich gestern mal wieder bemerkte.


götz schwirtz * am sonnengrab* 24. februar 2005 13.30 Uhr

Hilde N.

*09.10.1912 + 18.02.2005

am sonnengrab

so heute ist der tag
mir geht die sonne auf
aus bergspalten
fingert sie über den see
bringt mir das licht
des wahns für zwischenwelten.

dich senken sie jetzt
in das loch
das du zu letzt
so wünschtest
ohne angst
denn deinen schöpfer

kanntest du längst persönlich
wie das leben derer
die ihn suchen
wie mich der sich selbst
immer wieder aus
seinen fallen zog

wir schreiben über
das grab der gefühle
gefüllt mit rosenblättern
fristen unser dasein
in löchern die nur kalt sind
für den der lebt

hilde

was du weitergabst
wurde meine frau
die jetzt mit deinem
sarg rutschen wird
ohne meinen halt
weil sie ist wie du
stark nur allein.

du lagst auf deinen töchtern
in dresdens feuernacht
auf der heissen februarerde
des lutherfriedhofes
neben euch die zerissenen
du sahst die augen des piloten

sechzig mal musstest
du diesen tod sterben
sechzig mal dich fragen
warum er gerade euch
am leben liess
im brennenden dresden.

auf den gräbern
die wir besingen
hast du ein leben lang gelegen
die hände über deinen töchtern
bist du das leben
das uns fehlt.

ICH VERNEIGE MICH UND BETE WEINEND IN DIE SONNE.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Grün

Das ist jetzt
Das Grün
Das mein Herz
Rasen lässt
Wie das des Rehs
Das über es jagt

Samstag, 5. Mai 2007

Das Wir und das Ich - Zu Karussell 2 von Eva Strittmatter (3)

Wir müssen erst eins mit uns sein
Um uns in Zweisein zu geben
Zu zweit auf einem Standbein
Spielend den anderen verweben

In uns und mit uns sind wir
Ein handgeknüpfter Teppich
Rot ausgerollt am Pier
Zusammen und jeder für sich

Betreten ihn gemeinsam allein
Besteigen über Leitern das Schiff
Fahren um Sehnsucht zu sein
Suchen das felsige Riff

Mit Teppich und Schiff und Wunden
Stehn wir dann auf dem Eiland
Verbringen in uns staunend Stunden
Allein fallend in den Sandstrand

Fazit der langen Geschichte
Da ist kein Wir ohne Ich
Ich lass jetzt das Gedichte
Und sag schlicht - Ich liebe dich

Dienstag, 13. März 2007

Wasser und Sand

Ich werde dir Meer sein
Sagt das Wasser zum Sand
Und du wirst mich küssen
Denn ich bin Dein Strand

Es begann das Vermischen
Von Ozean und Land
Was blieb war ein Schlammloch
Gefüllt bis zum Rand