Freitag, 9. März 2007

Deine Nacht

Für einmal
Warst Du es
Der unser Gespräch
Den Rest der Nacht
Raubte
Mit all ihrem Schlaf

Für einmal
Musstest Du fahren
Zu Dir
Schnell zu dir
Fahren
Weg von dem was ich
Erwarte
Weg von dem was du
Glaubst
Das ich erwarte

Ich erwarte
Nichts
Nichts
Erwarte ich
Ausser

SEI DU!

Egal was mit mir wird

Überleb ich mich
Überleb ich dich
Keine Brücke
Kann höher sein
Als du
Und ich
Wenn dann fallen
Wir
Von uns

GRÖNEMEYER:
Ich dreh mich um dich!


Unser Lied. Das kann auch eine Drohung sein.
Müssen wir wissen. Auch wenn wir dabei weinen.

Donnerstag, 8. März 2007

Allein sein

Erst wenn ich weiss
Auch und gut
Allein zu sein
Ist sein zu zwein
Wertvoll

Denn nur so
Weisst du immer
Allein zu sein
Ob nun zu zwein oder drein
Bleibt der Mensch
Mensch allein

Gesang für eine Fremde

Da lieg ich
Auf dem Bauch
Giere
Dem letzten Traum
Nach
Irgendwas zuckt noch
In mir
An mir
Man weiss das nicht genau
Erwachsene träumen trocken

Im wandelnden Dunkel
Des Kessels draussen
Der blauen Stunde
Die über die Felsen
Bricht
Beginnen die Vögel
Ihr lautes Werben um sich
Ohne Rücksicht auf Mich
Und ich finde
Keinen Schlaf mehr
Aus genau dem Grund

Jetzt muss ich raus
Und werben wie sie
Lautes Singen und Spreizen
Ein Schreien das
Energie verschlingt
Weswegen die fressen
Und Autoblech vollscheissen

Fast alle halten ihn für schön
Den Chor der Artgenossen
So im Morgengrauen
Doch die mich heraushört
Für die singe ich
Die mich erkennt
Sing um mein Leben¨
Singe für sie
Denn es sind wenige
So wenige
Die mich erkennen

Mittwoch, 7. März 2007

Aufgepasst

Während
Dave Gahan
Meinen
Und
Seinen
PERSONAL JESUS
Anschreit
Und ich dabei
Fast so hart
Und fast so schön
Wie er
Nackt durch die Zimmer
Fliege
Denke Ich
Ich war schon mal der
Der Retter
Der dann zurückblieb
Als gerettet war

Tanz dein Leben
Nicht die Schränke

Vor uns

Brian Jones
Jimmy Hendrix
Sylvia Plath
Janis Joplin
Jim Morrison
Miles Davis
Curt Cobain
Sarah Kane

Ihr habt es einfach zu früh gewusst.
Alles.
Ob das gut für uns ist?
Ja!
Denn wir leben!
Leben wir?
Ihr wüsstet es.
Drum seid ihr tot.

Dienstag, 6. März 2007

Komm tanz mich, Tod

Komm tanz mich tot
Tanz mich, Tod
Komm wirbel mich
Komm lass mich springen
Bis mir die Luft
Wegbleibt
Vor lauter Luft
Da oben
Unter mir

Komm nimm du mich
Komm nimm nur du mich
Doch nimm mich
Bitte nimm mich
Zu dir
In meine Höhen
Hinauf
In dein Licht
Komm tanz mich tot
Komm tanz mich, Tod
Doch tanz mich
Bis dahin
Und über die
Tanz mich tot über diese
Die sind

Und lass sie ihre Bretter
Täglich sich an die Stirnen nageln
Bis Blut tropft und sie lecken
Oder Wurst draus machen
ICH bin ICH
Denn ich trag rot was du grün hast
Ich erfinde mich neu
Ich erfinde den Roman neu
Ich erfinde die Musik neu
Ich verstehe selbst nicht was ich spiele
Es ist nicht schön aber neu
Alles muss neu sein immer neu immer neu immer neu immer
NEU
Alles neu
Und alle Ihr versteht mich nicht
Denn nur ICH bin ICH bin neu immer neu immer neu immer neu
IMMER
Bin ich schuld
Schild mein Schild bin ich
MIR MIR MIR
Tag für Tag neu blutend aus der Stirn
Und nicht aus den Händen wie Jesu

Komm tanz mich, Tod
Tanz mich tot
Von denen weg
Die zwischen den Planken
Ihrer Renten und Versicherungen
Vergessen wofür sie sich versicherten

Komm tanz mich tot, Tod
Tanz mich weg über diese
Scheissehaufen aus Angst
Die nicht wissen, das wir leben
Um zu fliegen
Um zu tanzen
Um zu sterben
Komm tanz mich, Tod
Komm tanz mich tot
Komm tanz mich


*Hinweis auf eine Anfrage: Die einzig hier mitwirkende Droge war Grüntee. Halt Naturbreit, wie Conny R. es nannte.

Märzmorgen Fernweh inkl.

Sogar die Rauchfahne
Aus Nachbars Haus
Ist Schön
Wenn tief
Orange
Morgensonne
Sie vor
Pastellblau
In den Himmel
Steigen lässt
Wo sie weiss
Verhaucht
In ihm aufgeht
Teil seiner wird

Das ist
Kalifornisch
Schön

Früher Vogel

Der frühe Vogel
Weckt die Katze
Und den Dichter

Der frühe Himmel
Leuchtet dem Dichter
Nicht der Katze

Die frühe Katze
Jagt den Vogel
Nicht den Dichter

Der frühe Dichter
Frisst den Himmel
Nicht die Katze

Montag, 5. März 2007

Kommerz

Nicht jeder
Der seine Kunst
Nicht Verkauft
Macht keinen
Kommerz

No way

Die Steuererklärung
Wartet nicht mehr
Sie liegt jetzt vor mir

No way out?
No way!

Da sind noch Gedanken
Die werden geschrieben
Bis ich sie weiss

Massivholz

Da haben sie
Möbel für ein Leben
Sagt der Smarte
Verkäuferglücksblöd

Jetzt müssen wir nur
Leben
Denke ich massiv
Am Holztisch

Freitag, 2. März 2007

Das haben wir auch schon anders gefeiert

Das Beste

Was ich tun könnte für Dich

Wäre Schweigen

Schweigen

Schweigen

Das man noch weniger falsch

Verstehen kann

Als jedes Wort



Was dieser Tag dir ist

Weiss ich

Auch ich

Weiss das

Es hat geschneit an ihm

Auch mal

Und nicht wie heut

Wo Frühlingslieder aus ihm

Quellen



Mein Wunsch für Dich

So wahr

So tief

So traurig

Lern mich vergessen

Lern vergessen was ich dir war

Lern vergessen zu glauben

Lerne zu wissen

Nicht betrogen worden zu sein



Wir haben uns betrogen

Du dich

Ich mich



Ich bin der Zwischenraum

Du wusstest das

Als ich aufging

Fielst du

Verzeih




Die Vorstufedazu

Donnerstag, 1. März 2007

Ein Viertel mehr Himmel

Mehr Luft
Mehr Wind
Mehr Himmel
Mehr Licht

So schrei ich ewig schon
Und sehne jeder Wolke
Hinterher
Ist sie nur
Gut beleuchtet



Nun ist mein Himmel
Ein Viertel grösser
Und voller Licht
Das breite Fenster

Aus dem ich zusehe
Wie der Baum
Abgefahren wird
Der klein gehackte

Dienstag, 27. Februar 2007

Zurücktreten

Erst wenn ich
Hinter mich
Zurücktrete
Und nicht
Zurück trete
Sondern hinter mir
Verschwunden
Einfach nur bin
Dann stehe ich
Voll hinter mir
Und bin total
Weg

Aus aktuellem Anlass was Altes

*Vorsicht lieber Leser. Das ist eines meiner eher früheren Gedichte (1999) und wohl das erste, nicht von Liebe, sondern von Hass diktiert. Ich lass es wie es ist. Mit Bauchweh. Die beschriebene Figur ist heute vom Leben sehr gestraft. Hier der Anlass für diese Rückbesinnung:

Stasi und Oscar

Und das ist ein Prosatext aus der Zeit zum Thema im Prosagötz

Die Urne Ingo


Da das Gedicht nie einen Titel hatte, bekommt es nun auch keinen mehr.

Ich bin heisst auch
Ich bin Geschichte.
Meine mäandernden Wege
Die hier in dieses Delta führten.

Meine Frauen,
Meine Männer,
Meine Lieben
Mein Tun
Mein Lassen
Reden und
Schweigen

Mein Schweigen
Vor den feisten
Schweinsgesichtern der Macht
Mein Schweigen
Vor diesen Teigfingern
Die ihre Angst
Ganz einfach weitergaben.
An mich der sie annahm
Und bei sich behielt
Die grosse Furcht der kleinen Genossen.


Staunend sah ich den Nebenmann
Laut und schrill mit wilden Liedern
Vom Untergang des Staats
Und immer voll das Maul
Voll Schnaps und Wahrheit.
Und links ein Weib
Und rechts ein Weib
Ein Leben wie beim Manne Baal
„Komm borg mir was, bald ist egal!“

Der fehlt mir
Dieser Riesenmut
In jedem Vers und jeder Zeile
Ich trau mich nur nen Partyhahn
Der andere treibt die Keile
Ins Fundament des Staatssystem
Und sauft und hurt und lacht dabei
Wir wusstens längst
Nur Mut macht frei.

So hader ich seit Jahren schon
Mit meiner Furcht
Mit meinem Schweigen
Und wollt am Anfang
So der Plan
Der Welt den Mut doch zeigen.

Der Mut der bei nem anderen wohnt
Wie all die vielen Weiber
Er füllt sie ab
Und horcht sie aus
Beim ineinand der Leiber

Nun sind die Akten raussortiert
Es war nicht leicht zu finden
Jetzt gehen uns die Augen auf
Doch was nützt das bei Blinden?

Sein mut war falsch,
Und klein sein Sinn
Doch das kann mich nicht trösten
Mein Mut bleibt klein,
Doch würd ich gern
Dem Schwein die Zunge rösten!

Montag, 26. Februar 2007

Meine Hände

Meine Hände waren der Boden
Auf dem du wieder wuchsest
Dich wieder in die Sonne wagtest
Tanzend von dir selbst gelöst
Dich weit oben fandest
Sonneblitze im Blick

Sie waren
Warm und trocken etwas rauh
Wie der Alabaster
Der Brüchige vom Strassenrand
Dem du die Poren glättend
Seiner folgend
Deine Form gabst


Meine Hände waren
Kalt und glatt und etwas feucht
Wie dein Stein in der Nacht
Wenn der Tau auf ihm lag
Sie gingen auseinander
Als ich mir an den Kopf griff
Und mich in andere legte
Fielst du
Verzeih

Sonntag, 25. Februar 2007

jürg federspiel tot aufgefunden

klick den titel für den nachruf aus dem "freitag".

Samstag, 24. Februar 2007

Noch simpler

Wenn alle aussehen
Wie einer
Sieht einer aus
Wie alle

Sehr simpel und sehr wahr

Der grösste Fehler
Am Kommunismus
Ist die Annahme
Wir seien alle
Gleich

Auch wenn wir uns
Im Einzelnsein
Gleichen

Freitag, 23. Februar 2007

Warum man schreibt

Ich schreibe mich allein
Um dabei
Unter Einsamen zu sein
Und um erkannt zu werden

Gehört
Doch nicht
Verstanden werden
Wer das behauptet
Lügt

Durchschauen
Ja das suche ich
Den suche ich
Den keine Masken
Täuschen
Der mir Kulissen
Brennt
Zu Asche
Aus der ich steig
Und steig
Und steig

Donnerstag, 22. Februar 2007

Ein bisschen Hass muss sein

Nicht mit der coolsten Geschichte
Dem übelsten Bild deiner
Der härtesten Formulierung
Der oberflächlichsten Liebe
Dem grössten Glas
Und längsten Joint
Wirst du etwas anderes
Erreichen ausser
Lächerlich zu sein

So lange du
Bewahren willst
Was einmal wild war
Und abgeschabt ist nun
Von leben
Hornschichten satt
An Schleimhaut statt
Jeder Fick vorhersehbar
In seiner Schönheit
Bleibt nur Langeweile
Für die Brücke

Suhl dich in jedem Dreck
Den wir dir bieten
Trag ihn an deinem Mantel
Durch die Stadt
Und freu dich
Wenn wir die Köpfe zusammen stecken
Hinter dir
Denn du wirst nie wissen
Das es Mitleid ist
Mit dem man dich so gern
Sieht

Euch

Nicht von hier
Und nicht von Euch
Gehe ich mit Euch
Zu Euch
Und nehm Euch mit
Auf meinen Stern
Der nur Ihr seid

Geboren zwischen
Mond und Mars
Im Venusdurchgang
Der Nacht
Des Liebeskriegs
Hab ich verstanden
Und geh voran
In jeden Tod
Den ihr mir wollt

Bleib ich immer
Wiedergeboren
Von Totenäckern
Taumel ich nun
Nicht mehr lebend
In dem Sinn
Wie ihr es
Missversteht
Durch mein Glück
Als Kondenstreifen
Über die Himmel
Eurer Sehnsucht
Als Komet
Eurer Nacht

Immer wieder
Werd ich sterben
Immer wieder
Werd ich leben
Für die Liebe
Nur für die

Mittwoch, 21. Februar 2007

Substanz

Substanz
Kann sein
Keine zu
Haben

Das ist
Die reine
Selbst
Behauptung

Wirrungen

Wer nicht
Für mich
Ist
Ist
Gegen sich

???

Krebs und Frühling

Und wieder
Wird einem
Die Haut grau
Magert er
Zum Skelet
Nur Haut und Knochen
Sagt man
Und spricht von der Seele nicht
Das wird ihn
Und uns nicht lange
Dauern
Da spuckt er sich auf den Teppich
Und wird gehen

Meine Seele
Hat weder Haut
Noch Knochen
Eher den Ätherleib
Des Elefanten
Und muss raus
Ans Licht ans Licht
Bei all dem Tod
Der NOCH nicht
Meiner ist


"Chemotherapie" - Viele retten ihre Clusterbomben. Auch J.T. Das Friedensfest wird bald gefeiert.

Jürg Federspiel

Hier der Link zu einem Nachruf auf den verschwundenen Dichter

Orpheus der Städte

Dienstag, 20. Februar 2007

Ferne in mir

Die Ferne scheint
In mir zu sein
Die ich so freudig
Schmerzhaft spüre
Ob ich durch
Felder laufe hier

Oder an den Ufern
Der Friscobay
In Zufallsgruppen
Zur Brücke renne
Glück schwitzend

In Pismo tanzend
Den Pacific grüsse
Morgens am Strand
Besoffen von Licht
Wie ich es hier bin
Locken mich
Die nahen fernen Berge

Zu sich
Wie das andere Ende
Des Ozeans

Ich bin mir frei
Bin ich mir fern
Fahr mit den Winden
Um die Welt
Ins Licht Ins Licht
Mehr braucht es
Nicht

Allein

Allein
Bin ich leichter
Allein

Stopf mir das Brot
Ins Maul
Und den Apfel

Trinkt den Tee
Ohne Gesellschaft
Und bin mir gut

Bin mir laut
Und lass mir Platz
Zum tanzen

Auf Winden
Die mir kalifornisch
Kommen

Luft

Erst die Winde
Aus dem Licht
Tragen mich in Himmel
Auch wenn sie
Nach Scheisse riechen
Wie jetzt
Wo das Land
Damit besprengt wird

Licht

Die viel davon
In sich tragen
Müssen es nicht
Suchen
Wie ich
Der gierend
Über Felder hetzt
In Himmel schaut
Den Vögeln folgend
Zu ihm flieht

Montag, 19. Februar 2007

Reviere

Den süssen Hund
Mit dem Glöckchen
Taufe ich Bronco
Wofür er nicht kann

Er pisst sich sein Revier ein
Und ich asche darauf

Wir sind zuviel für diese Stadt
Doch hab ich kein Glöckchen
Und muss unerhört gehen

Rubitzer Spruch

Und hilft Gott nicht
Zu jeder Frist
So hilft er doch
Wenns nötig ist


(der erreichte mich heute morgen spontan per sms von einer rubitzerin. meiner mutter.)

Markieren

Fehl am Platz
Und gerade recht
Fange ich mir Blicke ein
Und schnipp die Zigarette
Weit vom Balkon
Cool wie Django
Der einfach ist
Egal wo

Samstag, 17. Februar 2007

Freie Wehmut

für K.B.



Der Mut zum Weh

Dann plötzlich stehen wir
In unserer alten Stadt
Zeigen uns lachend
Stellen eines vergangenen Lebens
Die mehr als nur Kulissen sind
Und sind ganz leicht
Ganz frei von uns

Wissen es war gut
Aber wissen es war
Enden mussten wir
Um wieder beginnen zu können

Gehen essen dahin
Wo wir schon immer essen gingen
Knoblauchsuppe

Am stärksten wird uns binden
Wie frei du mich gelassen hast
Frei
Wirklich frei
Auch um mal wieder zu kommen
Für Suppe zum essen*
Danke


*hier ist der vermeintliche Schreibfehler für einmal keiner

Freitag, 16. Februar 2007

Verwunschen

Das Einzige
Was die böse Fee
Dauerhaft
Verwünschen kann
Ist sich
Selbst

Geh den Schritt
Aus dem Hass
Dann bleibst du
Nur Fee
Verwunschen wie du bist
Seerosenblatt
Im Ozean

Dafür brennt
Eine Kerze
In der Grotte
Für die
Die an diesem
Sonnentag
In den dunklen Höhlen
Des Hasses
Verweilen

Andreaskreuz

Geh nun von
Den Schienen
Denn ich bin ein Zug
Der nur am
Grossen Bahnhof
Hält

Hass

Hass schreibt
Schlecht
Schreibt Hass

Hass macht
Hässlich
Macht Hass

Donnerstag, 15. Februar 2007

Schwindlig

Du sagst
Dir wird schwindlig
Von zu viel Sonne

Ich sehe dich an
Und denke
Mir auch

Dienstag, 13. Februar 2007

Was zusammen hängt

Du sagst mir
Enstpannung sei Arbeit
Ich antworte dir
Glück auch

Was zusammen hängt
Sind nicht nur wir
Nur wofür

Herdblick 2

Was Wispelwey
Rechts oben
Findet
Holst du aus
Einem Schnittpunkt
Eine Länge
Vor Dir aus dem Raum

Ob ihr es selbst
Seid oder Gott
Bleibt Gleichgültig
Und keine Blasphemie
Wir sind von Gott
Hört man von euch
Und sieht
Wo ihr ihn trefft

Montag, 12. Februar 2007

Nachtraub

Die helle Wegleuchte
Bewahrt den nächtlichen Wanderer
Am Fluss vor Raub und Mord
Leuchtet auf dein Parkett
Als gingen die schlimmen
Finger
Auch hier durch

Raubt mir den Schlaf
Macht mich zum nächtlichen Wanderer
Mit Mordsgelüsten
Lässt meine schlimmen Finger
Spielen
Mit einem Stein für sie
Die helle Wegleuchte

Herdblick (Pieter Wispelwey)

Wer mal gesehen
Hat
Wohin und wie
Pieter Wispelwey
An manchen Stellen
Schaut
An denen er das Cello
Zu schlagen scheint
Und doch spielt
Wie keiner
Wohl
Der weiss
Woher er
ES
Nimmt

Sonntag, 11. Februar 2007

Altstadt Fribourg 2

Die Unten
Wohnen
Sind
Dem Himmel
Ferner als
Die Oben
Wohnen
Ihm näher
Wären

Dafür haben
Die Unten
Eine Mauer
Aus Natur
Vor Augen
Mit Schwalbennestern
Für Menschen
Dran

Die Oben
Wohnen im Haus
Das denen Unten
Im Himmel steht
Und sehen
Ihr Glück
Nicht

Die Unten
Blicken
In fremdes Glück
Diese Sehnsucht
Macht Ihres
Sehr
Wahr

altstadt fribourg

Freitag, 9. Februar 2007

Ein Universum auf der Waage

Wie ein buntes
Pappdiorama
Falte ich mich
Tag um Tag
Und
Nacht für Nacht
Auf und Auseinander
Vor dir

Um dann gross
Im Jetzt
Zu sein
Immer einen Hauch
Kleiner als im
Morgen
Was sehr wahr ist

Erst wenn dir
Schwindlig ist
Von all den Kanten
Mauer, Ecken, Facetten
Türmchen, Nischen, Erkern
Rändern aus Stuck
Leisten von Gold
Kristallnen Spiegeln
Türen, Toren, Fenstern
Fenstern, Fenstern, Fenstern

Dann sage ich dir
Das dieses fassbare
Aber nicht
Durchschaubare
Universum
Da ist und so ist
Mit atmenden Mauern
Die Zugbrücken alle
Herabgelassen
Weil es dich liebt

Und diese Grösse
Braucht
Diese Welten aus
Gelaber und Gefunkel
Um dem Gefühl
Ein Haus
Zu geben
Dem Gefühl zu dir

Wirklich gross
Ist meine Liebe
Der Rest ein Universum
Aus Pappe
Damit meine Liebe
Nicht so sinnlos
Nackt
Vor dir steht

Damit ich ein Gewicht bin
Gegen dich
Mit dir
Für dich

Was einen Morgen macht

Die Zypresse vorm Fenster
Wird von tiefer Sonne
Seitlich graugrün
Erhellt
Und mächtig
Im mein Bild
Geschoben
Ihre Westseite
Bleibt geheimnisvoll
Dunkel das alles vor
Himmel
Selbst die Dachschindeln
Gegenüber
Werfen Schatten auf
Ihre Brüder

Februarsonne
Vorfrühling

Donnerstag, 8. Februar 2007

Wort und Tat

Die Nachricht
Über den
Kontaktabbruch
Hebt sich selbst
Auf

Ich kann nicht
Mitteilen
Dass ich nichts
Mitteile

Doch Licht
Lässt sich auch
Verpacken und
Verschicken

Mittlerweile

Erste Anschaffungen

Die Sessel
In denen wir
Sitzen
Als wir uns
Freuen
Darüber
Nun eine erste
Gemeinsame
Anschaffung
Getan zu haben
Waren auch mal
Eine erste
Gemeinsame
Anschaffung

Das ist völlig
Bedeutungslos

Es geht um das
Leben
Nicht um die
Dekors

Mittwoch, 7. Februar 2007

Einsicht

Was du einfach so bekommst
Was dir zufliegt
Weil du bist was du bist
Das zählt nicht
Nur was du empfängst
Nachdem du gegeben hast
Und warst was du nun
Nicht mehr bist
Hat Wert

Früher ist auch nichts mehr wie es heute war

Was früher Kur
Und kassenpflichtig
Heisst heute Wellness
Meint: Kostet richtig!

Dienstag, 6. Februar 2007

Paare

Der Einzelne
Halbiert im
Paarsein
Sich
Genau so
Wie er sich
Verdoppelt

Das gilt auch
Für seine
Dummheit

Im Caldarium

Ich und
Alle dürfen sehen
Wovon ich weiss
Wie es sich anfasst
Und schmeckt
Nach Wald
Wie es sich
Rosa glänzend öffnet
Und Tor für Tor
Die Höhle freigibt
Wie es sich
Glucksend freut
An meiner Hand
Und zuckt

Wir schlagen
Die Tücher
Um uns
Und gehen
Besser

Freitag, 2. Februar 2007

Die Wunder der Nacht

Stumpf und platt sass ich vor dir
Hielt deinen Blick nicht
Löffelte die Suppe stumm
Und lies mich aus dem Tag schicken
Der fertig war - für mich

Warm und weich lagst du an mir
Spürte ich deinen Rücken
Wärmte er meinen Bauch oder anders herum
Man weiss das nicht - wer zuckt
Schwer atmest du mich in die Träume

Leichtfüssig die und immer wieder unterbrochen
Hüpfen mir Geschichten durch die Nacht
So beängstigend fremd das mir wohl ist
Es kann nichts passieren im Schlaf
Unter deinem Schutz

Erquickt und frisch erwache ich
Und zeichne deine Linien nach
Im Dunkeln die ich so liebe
Du zeigst das du mich spürst
Und halte dich bist der Wecker tut

Spitz und fein gehe ich von dir
Lass deinem Blick dem Schlaf
Trinke meinen Kaffee summend
Und schick mich in den Tag
Der auf mich wartet

Donnerstag, 1. Februar 2007

Gebet (in der Lourdesgrotte in Ue.)

Grosse Mutter
Ich DANKE dir
Das du mir
Alles gabst
Um ihre Liebe
Zu entzünden

Grosse Mutter
Ich DANKE dir
Für die Kraft
Sie zu lassen
Wenn es nötig ist

Grosse Mutter
In ihr
Will und werde ich
Dein Prinzip
Erfüllen

Grosse Mutter
Hilf denen
Die mich liebend
Leiden
Das zu ertagen

Grosse Mutter
Hilf mir
Das Leiden derer
Die mich lieben
Zu ertragen

Altstadt Fribourg

Die unten wohnen
Wohen nicht oben
Weil sie das wollen
Oben
Wollen sie nicht sein

Mittwoch, 31. Januar 2007

Riese am Berge

Ich muss ein Riese sein
Dein Fels scheint weich
Mir wird die Welt zu klein
Stürm ich dein Reich

Du bist ein Berg in meinem Blick
Und ziehst mich hin und rauf
Hab niemals Angst geh nie Zurück
Bald steht ich Riese drauf

So blick ich weit und sehe Licht
Ringsum von deinen Höhen
Zurück ins Dunkel will ich nicht
Ich bleibe auf dir stehen

Du spürst mich schwer und gibst mir nach
So langsam sink ich ein
Es explodiert ein neuer Tag
Man hört dich Berg nun schrein

Ich form dich Berg und du frisst mich
Bebend ist es getan
Ich Riese in dir liebe dich
Und mach dich zum Vulkan

Dienstag, 30. Januar 2007

Rätsel

Was kann man
Haben
Aber nicht erwerben?

Was kann man
Verkaufen
Aber nicht kaufen?

Was gibt es nur im Moment
Der durch es
Oder sein Fehlen
Erst entscheidend wird?

Das Glück.

IKEA

Da steht das Paar
In Dekorationen
Aus Leben
Denen es floh
Zu sich

Läuft durch
Fluchten
Von Regalen
Voller Requsiten
Alter Stücke
Die abgesetzt sind

Trotzdem
Gemessen wird
Gewissenhaft
Doch immer wieder
Dieser Blick
Zurück

Nein - blau nicht
Das war schon mal
Ja klar - der Stuhl ist gut
Und war es schon
Die letzten Jahre
So ist er`s nimmer
Er ist vergangen

Still geht das Paar
Ohne Kauf
Aus dem blauen Haus
In ein Leben
Ohne
Dekorationen

Montag, 29. Januar 2007

Bohei

Wer einen Bohei
Darum macht
Keinen um sich
Zu machen
Hat auch
Allen Grund

Samstag, 27. Januar 2007

Kleiner Abschied

Eng aneinander
Küsse ich deinen
Oberarm zur Nacht
Feiere seine
Perfektheit
Das ideale
Verhältnis
Bis du dich
Langsam abdrehst
In den Schlaf

Ein kleiner Abschied
Zu uns selbst
Für eine Nacht
An den wir denken werden
Bei einem grossen

Traurig

Freitag, 26. Januar 2007

Erinnerungen an Marie A. (Bertolt Brecht)


Erinnerungen an Marie A.

An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.
2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.
3
Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.
(Bertolt Brecht)

Donnerstag, 25. Januar 2007

Es ist ein Schnee gefallen

Es ist ein Schnee gefallen
und es ist noch nit Zeit
man wirft mich mit den Ballen
der Weg ist mir verschneit

Mein Haus hat keinen Giebel
es ist mir worden alt
zerbrochen sind die Riegel
mein Stüblein ist mir kalt

Ach Lieb, laß dich' s erbarmen
daß ich so elend bin
und schließ mich in dein Arme
so fährt der Winter hin

Ambraser Liederbuch, 1582, Melodie von 1535

Mittwoch, 24. Januar 2007

Lebenszeit - Die Puhdys in einem Schweizerblog

Das muss einfach sein. Ich kenne das Lied seit ich ich elf Jahre alt war. Und habe es sicher schon dreimal vergessen. Wie ich vergass, dass ich mit acht ein Plakat für mein erstes eigenes Buch malte. Auf dem stand:

Die Puhdys sind meine Freunde!

Eben die Band ist Teil meiner vergessenen Vergangenheit. Doch im Moment bin ich in einer Situation, da wird sogar dieses Lied für mich wahr. Ein Lied das ich seit dreissig Jahren kenne. Als ich das merkte, schossen mir Tränen in die Augen. Seit dreissig Jahren kenne ich den Text zu dem was mir gerade passiert. Das ist schön und merkwürdig. Schön merkwürdig.

LEBENSZEIT
Text: Wolfgang Tilgner
Musik: Puhdys


Fahren zwei durch alle Meere, fahren zwei in einem Boot.
Der eine kennt die Sterne, der andre misst das Lot.
Sind nicht zu trennen, bleiben vereint,
ob Nacht heranzieht, Morgen erscheint.
Sie finden zueinander - auf LEBENSZEIT.

Steigen zwei auf hohe Berge,
Steigen zwei zum Himmel dicht.
Der eine blickt die Welt an, der andre sieht das Licht.
Noch liegt die Erde flach auf der Hand,
Sind sie den Wolken nah und verwandt.
Und halten zueinander - auf LEBENSZEIT.

Gehen zwei durch laute Strassen,
Gehen zwei durch Stein und Rauch.
Den einen ruft die Arbeit, den andren Mühe auf.
Schon kommen Tage, die man nicht zählt.
Schon ist entschieden, schon ist gewählt.
Doch haben sie einander - auf LEBENSZEIT.

Sitzen zwei schon im Schatten, sitzen da auf einer Bank.
Der eine fühlt sich müde, der andre fühlt sich krank.
Schon ist im Leben alles gesagt
Schon ist im Leben alles gewagt.
Sie hielten zueinander - auf LEBENSZEIT.

Dienstag, 23. Januar 2007

Phoenix

Du kannst so gross sein
Dass ich hinter dir verschwinde
Doch auch so klein
Dass ich dich nirgends finde

Du kommst herein
Der Raum verfällt in Schweigen
Und musst nichts tun
Dein Leuchten wird dich zeigen

Du bist so offen
Auch für den Dreck der Andern
Sie leeren sich
Und werden leichter wandern

Du bleibst zurück
Und beginnst zu wanken
Die Säule kippt
Zu offen deine Schranken

Du bleibst allein
Zurück mit ihrem Leid
Und ziehst es an
Das fremde Tränenkleid

Du gehst für sie
Den schweren Gang
Atmest ihr Leid
Machst daraus Klang

Du bläst dir selbst
Die Luft unter die Flügel
Aus Asche steigend
Wollen wir dich als Spiegel

Du bist dann wieder die
Die jeder liebt und will
Du frassest unser Leid
Und machst uns staunend still

Montag, 22. Januar 2007

Nehmen und Geben

Du musst nicht
Über mich rasen
Wie der Sturm
Der ich manchmal bin

Und versuch nicht
In mich zu greifen
Wie meine Zangen
Es manchmal tun

Du bist auch nicht
Die Feder
Mit der ich
Über dich streiche

Denn du kannst nicht
In mir versinken
Wie ich in dich tauche
Den Grund zu sehen

Halt mich einfach
Ab und an
Wenn ich schwanke
Ab mir
Und dir
Ab uns

Dämon

Eine Kanne zu guten Tee
Zu spät getrunken
Zwei befreundete Katzen
Die über einem toben
Schon sind wir zu dritt

Der Dämon
Meine Liebe
Und ich




der dämon des herrn ü.

Alfred Brendel

Ein Weiser war einmal
Ein junger
Spielt so Klavier
Und dichtet seinen Geist reich

Kein Weiser werd ich
War nie ein junger
Kann kein Klavier
Glücksblöd reicht mein Geist nicht

Sonntag, 21. Januar 2007

Chaconne

Wo Bach am meisten bei Gott ist
Drückt er SICH am stärksten aus

Wo Gott am stärksten bei Bach ist
Drückt er IHN am meisten aus

Dann trifft er DICH
Und du weinst

WER?

Sonntagmorgen

Das Licht ist draussen
Ausserhalb vom Zimmer
Da wäre ich gern
Doch sehe zu
Wie du aussiehst
Wenn dir eine
Bachpartita einfährt

Die Chaconne
Läuft dir übers Gesicht
Das mir mehr Sonne ist
Als jedes Licht
Dein Kopf wankt
Mit ihm du
Säule

Ein Wunder
Bist du Säule erst
Seit ich sie liegen sah
Und nicht nur
Neben mir

Aufgestützt das Kinn
Sitze ich
Im schönen Sessel
Und sehe von unten
In dein Migrosregal
Mit den Noten
Am Tablar klebt das
Preisschild noch
Da kenn ich Dich

Der Sänger singt:
Dem Tod, dem Tod
niemand entfliehen kunnt

Tränen rinnen übers Gesicht
Und Gold glänzt erst in deinem Licht

Samstag, 20. Januar 2007

Für Solveig Dommartin 29.7.1958 - 11.01.2007


Ein Freund, der gar kein Freund war, sagte mal zu mir, nachdem er die Fünfzig überschritten hatte: "Tja Götz, die Einschläge kommen näher." Typisch deutsch, auch für den Marsch durchs Leben und damit auf sein Ende zu, Kriegsbilder. Die aber haften gut, auch mir fällt dieser Satz immer wieder ein. Je älter man wird, um so häufiger hört man von Tod. Da hilft es auch nicht, in einem Beruf zu sein, in dem der Tod immer mit dabei ist.

Doch die Nachricht vom frühen Tode Solveig Dommartins schlug bei mir ein, nicht nur in der Nähe, und nicht weil sie nur acht Jahre älter wurde als ich heute bin. Ich hätte dieser Frau noch Leben gewünscht und uns ihr Gesicht und ihre Stimme auf der Leinwand.

Unsterblich ist sie längst.

Wie alle im "Himmel über Berlin" und in "In weiter Ferne so nah" spielte sie sich zum Teil selbst. Der erste Film ist die Geschichte eines Engels der wegen ihr zum Mensch wird. Gespielt wird das Ganze durch Menschen, die engelhaftes haben, die verkörperlichen können, was sonst ein Ahnen ist.
Man muss Bruno Ganz nur lesen hören, Otto Sander nur spielen sehen oder einfach in die unglaublich schöne Fresse von Peter Falk glotzen, schon spüren wir, das da mehr ist, als wir mit Tickets kaufen könnten.
Da wir Menschen sind und immer nur Menschen Menschen von sich selbst befreien werden, müssen wir arbeiten. Und hier der unglaubliche Doppelsinn. Die Schauspielerin Dommartin hat sich für die Szenen, in der Marion die menschliche Arbeit zum Engel hin zeigt, nicht doubeln lassen. Über Monate trainierte sie am Trapez. Menschsein ist Leben und Leben ist Arbeit.

Im Film ist das manchmal anders. Da wird auch gezaubert. Das ist das schöne an ihnen und Wenders zeigt im Film auch das Zeigen. Die Engel kommen traumhaft einfach so angeschwebt und machen die Innenwelt der Menschen hörbar. Schon das genial. Sie kommen von irgendwo.

Die Verbindung zwischen Engel und Mensch sehen wir zuerst in Peter Falk, der ein "ehemaliger" Engel ist. Und wir sehen ihn bei der menschlichsten aller Tätigkeiten, bei der Arbeit. Doch man merkt nicht, dass Falk arbeitet. Genau so wie man im zweiten Teil nicht bemerkt, wie hart Damiel arbeiten muss. Er sitzt, grässlich schön und glücklich singend, auf seinem lustigen Dreirad und fährt die Pizza aus, damit seine Frau Marion, gespielt von Solveig Dommartin, Zeit hat, mit ihrer Tochter am Trapez zu üben. Unglaubliche Szenen. Als ich das mit der Frau sah, mit der ich den hoffentlich langen Rest des Lebens verbringe, hatte ich Tränen in den Augen. Auch wenn er noch so stark ist, soll einer meine Sinne im Leben sein, dieser Frau den Rücken freizuhalten und zu stärken, damit sie genügend Raum hat, einem Kind zu zeigen, was man wissen muss, um wahrhaftig zu sein. Von mir kommen dann noch Wärme, Spass und der Duft von f6.

Die wichtigste Rolle in diesem Film und deshalb wohl kriege ich mich nicht mehr ein, hatte Solveig Dommartin. Falk war schon Engel, Ganz und Sander sind Engel, sie und Curt Bois (der Erzähler) sind die beiden MENSCHEN die schon auf Erden und zu Lebzeiten Engel sind. Und das durch Arbeit. Sie spielt den Engel am Trapez, die Frau die (ganz Mensch) mit angeklebten Flügeln Angst hat abzustürzen. Und sie zeigt, wie man als Mensch fliegen kann. Durch Arbeit! Die wichtigste Figur ist nicht der menschwerdende Engel, sondern der engelhafte Mensch in den sich sogar die Engel verlieben. Cassiel scheitert im zweiten Teil am Menschsein. Er hatte keine Marion.

Wie viele Cassiels scheitern in unserer Welt. Auch bei mir war es knapp. Ich glaube an Engel seit ich einen Menschen traf, der durch harte, sehr, sehr harte Arbeit an sich, andere mitnimmt zu Flügen von denen sie bisher nichts ahnten.
Darum heisst es: Arbeit. Arbeit am Menschsein. Dann sind wir auch Engel. Und immer für andere!
Nie nur für uns.

Ich erzählte mal einem Pater und Bruder vom Eindruck, den mir dieser Film gemacht hatte und von einer Frau, die mich fragte, ob ich denn nicht spüre, wie meine Engel mich beschützen. Ich erzählte ihm auch von Dummheiten, die ich mit Menschen, Frauen und Seelen gemacht hatte.
Der Pater wurde sehr ernst und sagte: "Auch du bist ein Engel. Aber du fällst!" Dann schickte er mich beten. Ich glaubte zu verstehen und bekam einen riesigen Schreck. Der gefallene Engel...

Denke ich heute an den Film, kann ich den Fall auch anders sehen.
Meine Rüstung ist nun verkauft. Nun heisst es arbeiten. Am Mensch sein.

Ich bin traurig, dass Solveig Dommartin tot ist, auch wenn sie unsterblich bleibt.
Das Leben ist grausam, besonders wenn es nicht mehr da ist.
Leben wir. Tot sein können wir noch lange genug.

Rest des Lebens

Von heute an
So lang wie breit und nötig
Will ich Pizza ausfahren
Schuhe putzen
Gedichte schreiben
Damit du einem Kind
Lehren kannst
Zu sein wie du

Abends will ich
Müde bei ihm liegen
Bis der Engel es küsst
Und du mich weckst
Um dich an meine
Liebe zu lehnen
Für einen neuen
Tag

An dem das Kind
Von uns lernt
Mensch zu sein
Der von Engeln weiss

Peter Handke - Als das Kind Kind war

Für Solveig Dommartin


29.Juli 1958 - 11.Januar 2007



Peter Handke

Lied Vom Kindsein




Als das Kind Kind war,


ging es mit hängenden Armen,


wollte der Bach sei ein Fluß,


der Fluß sei ein Strom,


und diese Pfütze das Meer.


Als das Kind Kind war,


wußte es nicht,


daß es Kind war,


alles war ihm beseelt,


und alle Seelen waren eins.


Als das Kind Kind war,


hatte es von nichts eine Meinung,


hatte keine Gewohnheit,


saß oft im Schneidersitz,


lief aus dem Stand,


hatte einen Wirbel im Haar


und machte kein Gesicht beim fotografieren.


Als das Kind Kind war,


war es die Zeit der folgenden Fragen:


Warum bin ich ich und warum nicht du?


Warum bin ich hier und warum nicht dort?


Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?


Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?


Ist was ich sehe und höre und rieche nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?


Gibt es tatsächlich das Böse und Leute,


die wirklich die Bösen sind?


Wie kann es sein,


daß ich, der ich bin, bevor ich wurde, nicht war,


und daß einmal ich, der ich bin,


nicht mehr der ich bin, sein werde?


Als das Kind Kind war,


würgte es am Spinat,


an den Erbsen,


am Milchreis,


und am gedünsteten Blumenkohl.


und ißt jetzt das alles und nicht nur zur Not.


Als das Kind Kind war,


erwachte es einmal in einem fremden Bett


und jetzt immer wieder,


erschienen ihm viele Menschen schön


und jetzt nur noch im Glücksfall,


stellte es sich klar ein Paradies vor


und kann es jetzt höchstens ahnen,


konnte es sich Nichts nicht denken


und schaudert heute davor.


Als das Kind Kind war,


spielte es mit Begeisterung


und jetzt, so ganz bei der Sache wie damals,


nur noch, wenn diese Sache seine Arbeit ist.


Als das Kind Kind war,


genügten ihm als Nahrung Apfel, Brot,
und so ist es immer noch.


Als das Kind Kind war,
fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand


und jetzt immer noch,


machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge


und jetzt immer noch,


hatte es auf jedem Berg die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg,


und in jeder Stadt die Sehnsucht nach der noch größeren Stadt,


und das ist immer noch so,


griff im Wipfel eines Baums nach dem Kirschen in einem Hochgefühl
wie auch heute noch,


eine Scheu vor jedem Fremden


und hat sie immer noch,


wartete es auf den ersten Schnee,


und wartet so immer noch.


Als das Kind Kind war,


warf es einen Stock als Lanze gegen den Baum,


und sie zittert da heute noch.


Donnerstag, 18. Januar 2007

Sturm

Sturm biegt Bäume tief
Markisen schlagen
Jalousien rütteln
An ihren Ankern

Müll liegt in der Luft
Menschen jagen
Hüte tanzen
Ihnen davon

Hinter der Scheibe
Sitze ich warm
Und schreibe still
Einen Sturm

Befreien

Ein wacher Blick
Auf Dich
Ein offenes Ohr
Für Dich
Anwesend sein
In Dir
Befreit Wissen
Aus Dir
Von dem
Wusstest du
Auch nicht
Bis eben

Die Lippen
Auf Dir
Die Zunge
In dir
Mein Körper
Für Dich
Befreit Laute
Aus Dir
Von denen
Hörten wir
Auch nicht
Bis eben

Mittwoch, 17. Januar 2007

Karmahygiene 3

Manchmal schlafe ich
Nicht
Neben dir
Weil du mich
Nimmst

Oder bleibe
Wach
Neben dir
Weil du mich
Lässt

In beiden Fällen
Bin ich es
Der nicht
Zur Ruhe
Kommt

http://vom-herrn.blogspot.com/2007/01/karmahygiene-2.html

Nacht unterm blauen Haus 3

Die Glocken
Zerhacken
Die Nacht mir
Die wache

Es tönt
Aus der Stadt
Und herüber
Vom Bache

Ich zähle die
Schläge
Einen nach
Dem anderen

Und würde
So gerne
Die Träume
Durchwandern

http://vom-herrn.blogspot.com/2007/01/zeit-und-moment.html

http://vom-herrn.blogspot.com/2007/01/unterm-blauen-haus-2.html

Dienstag, 16. Januar 2007

Lourdes Grotte in Ü.

In den Fels
Geschlagen
Die Grotte
An den Wänden
Tafeln
Die von Angst
Und Dank
Zeugen
Wer dort betet
Kniet auf Kies

Von Kerzen beschienen
Von der Madonna beäugt
Unser erster Kuss
So rein wie wir

In dieser dunklen
Stunde
Unserer Leben
In der wir
Andere betrügen
An diesem hellen Abend
Der Anfang eines
Lebens wird

Von da an
Zeichen Gottes
Bei jedem unserer
Schritte weiter
Auch wenn wir
Mit unserem Glück
Andere fast töten.

Schnell leben - Jung sterben

Kann ich
Schon nicht
Mehr

Viel sein
Tief leben
Wahr werden
Kann ich noch

Jung sterben
Will ich
Mit
Neunzig

Montag, 15. Januar 2007

Gott physikalisch

Mit dem Rücken
Zueinander
Beginnt ihr
Das Stück

Schon das ein
Wunder

Da läufst du
In die Tiefe
Des Chores
Besteigst den Altar
Beginnst vorm
Tabernakel
Das Diminuieren

Dein Partner
Vorn im Schiff
Weiss
Wann er früher
Spielen muss
Damit ihr für uns
Eins seid

Physik scheint
Das Wunder
Zu machen

Nur woher
Weiss er
Wo du grad
Läufst

Danke für das Jetzt vorgestern

Du sagst
Der Moment
Habe dich
Gestreichelt
Als uns
Das Jetzt
Durch deine Flöte
In sich zog
In einen Raum
In dem man
Schulter an Schulter
Mit Gott sitzt
Dir zu lauschen

Andere bekommen
Die Gänsehaut
Nochmal
Reden sie mir
Später
Von Diesem Moment
Von dem du zeigen kannst
Wo er dich berührte

Du fülltest die Räume
Mit Klang
Im Klang wuchs Raum
Für Gott
Durch dich
Danke

Samstag, 13. Januar 2007

Vorausdenkend

Wir stürzen dann
Vom Seil
Wenn wir nicht
Auf ihm
Sondern in
Gedanken
Schon unten
Sind

Das Jetzt später

Du näherst dich
Einem Jetzt
In dem du
In dich fällst

Das Jetzt später
Wirst du sein
Du wirst Jetzt
Werden

Und alle werden
Wir
Es hören dürfen
Dich als Jetzt
Später

Freitag, 12. Januar 2007

Katzen im Föhn

Beim Rauchen im Föhn
Läuft mir eine Katze
Durch die Beine
Weiss-Schwarz.

Ist es die aus dem Haus
Die neue von oben
Die immer spielen kommt
Schwarz-Weiss?

Donnerstag, 11. Januar 2007

J.W.G. -Prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn als euch Götter.
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrte mein verirrtes Aug
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir wider
Der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?


Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?


Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?


Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich.

prometheus beim herrn ü.

Doppelsinn und Kreisverkehr

Du wirst mich treffen
Wenn du deiner Wege gehst


Nächstes Flauto! Konzert am Samstag den 13. Januar 20.00 Uhr Kapuzinerkirche Fribourg

Mittwoch, 10. Januar 2007

Texte um Meditationen herum

Das erlebte (leider) wer Anderes sehr geübtes bei Fingermudras und Versenkung im Zug. Ich erzähle es nur weiter...

Die Spirale

Und wieder das weisse Zimmer, durch das du dieses Mal nicht durchgehst, welches dein Licht nur vorweg nimmt, bevor es auf Wiesen an Findlingen wiederkehrt.
Das Zimmer ist ganz aus mattem und doch durchschaubarem Weiss, strahlend und heimelig, zentriert und überall zugleich. Du siehst dich selbst am Boden einen Strich mit Kreide ziehen.
Du bist die Kreide selbst.
Weiss auf Weiss.
Und malst dir eine Schnecke, eine Spirale, malst dich von aussen nach innen immer enger werdend auf deine Mitte zu. In dem Moment, wo du selbst Punkt bist, die Reise um dich selbst aufhört, fällst du selbst durch dich, die stehende Kreide und wie als würdest du durch eine Lupe sehen, geht das Universum auf in dem du genau so gross bist, wie es selbst und du fährst weiter im unendlichen Schwarz deine wieder enger werdenden Kreise.
Der Moment der äussersten Komprimierung und der maximalen Ausdehnung in einem. Den

U R K N A L L

erlebst du nebenher, durchfährst ihn einfach. Auch er ein Bild und keins von dir. Das brauchst du nicht, du bist kein Physiker.
Weiter ziehst du Kreide deine Kreise enger werdend in einem neuen Universum, dessen Alter dich nicht interessiert, da es jetzt ist. Und du erkennst, wohin es geht. Der blaue Ball das ist die Erde. Wie ein besoffner Engel kommst du Kreise ziehende Kreide der Erde, deiner Heimatkugel schnell näher. Du könnstest auch auf jeden anderen Planeten landen, nur gibt es dort keine Bälle mit denen du Planeten spielen könntest...

Enger werdend stürzt du Spirale immer schneller auf die Erde. Der Kreidestrich ist wie die Dampffahne eines Düsenflugzeuges, eines welches abstürzt. Immer schneller näherst du dich. Du erkennst Europa, die Schweiz, die richtigen Berge und Seen, siehst einen Zug über Gleise rasen, siehst dich tief in das Polster gedrückt und schlägst sanft genau in deiner Mitte ein. Warm und weich bist du in dir gelandet. Dir ist wie nach einem Orgasmus, ohne das es einer war und weisst es gibt so viel mehr auf der Welt, als das was man zählen kann. Du bist dein Licht.
Was willst du mehr?

Nächstes Flauto! Konzert am Samstag den 13. Januar 20.00 Uhr Kapuzinerkirche Fribourg

Dienstag, 9. Januar 2007

Eben ein Bidet

Nochmal für Sophie

Da steht nun ein Gedicht
Seit gestern in der Welt
Es ist nicht so dass es
Mir wirklich gut gefällt

Heut halte ich Gericht
Über die Reimerei
Lass ich es trotzdem stehn
Ist es mir einerlei

Die Grösse im Verzicht
Ist (noch) nicht meine Art
Die Freude war doch echt
Der Rest halt nicht so smart

Das hier ist mein Bericht
Getreulich Tag für Tag
Da kommt es auch mal dünn
Auch wenn ich Sophie mag.


Nächstes Flauto! Konzert am Samstag den 13. Januar 20.00 Uhr Kapuzinerkirche Fribourg

Montag, 8. Januar 2007

Botschafterin des Lachens in die Welt

Für Sophie


Ich kenn dich
Nicht
Doch sah Dich
Lachen

Und sprech
Die schöne Sprache
Nicht
Die aus dir
Sprudelt

Und lache
Sprudelnd
Weg von dir
Und kenne dich
Und nehm dich mit

Du bist von uns
Den Lachenden
Denn du
Steckst an

Und ich verstehe
Deine Freundin
Meine Frau
Mal wieder sehr

Schweigen

Wenn ich sage
Du bist mir
Die grösste
Herausforderung
Und das grösste
Glück
Im Leben
Heisst das
Schweigen
Lernen

Samstag, 6. Januar 2007

Knoten im Kopf

Wir treffen uns
JETZT
Um für ein
MORGEN
Zu proben
An dem wir
Sagen werden
Dass es kein
GESTERN
Gab

Aua


Nur wenn wir
JETZT
Im
JETZT
Sind
Können wir für
MORGEN
Proben
Ohne
GESTERN
Zu sein

Weltsicht

Wie
Ich der Welt
Begegne
Ist wichtiger
Für sie
Als mein
Leiden an ihr

Meine
Heiterkeit
Ändert sie
Nicht ihr
Lärm mich
Und auch
Nicht Gottes
Stille

Der lacht
Nur leise
Über uns.

Freitag, 5. Januar 2007

Diminutionen zu meditativen Texten 3

3
Buddha lehrt, die Wurzeln allen Leidens sei unser Wünschen und Wollen. Der Verlust der Gegenwart, des jetzigen Moments, ist der Verlust des Seins.


Hermann Hesse:

Glück
Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum Glücklichsein,
Und wäre alles Liebste dein.

Solang du um Verlornes klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weißt Du noch nicht, was Friede ist.

Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,

Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz, und deine Seele ruht.

Diminutionen zu meditativen Texten 2

2
Frei zu sein von Zeit bedeutet, frei zu sein von dem Bedürfnis nach Vergangenheit und Zukunft.
Zeit sind Bilder ausserhalb des Jetzt
Frei sein von Zeit bedeutet die grundlegenste Umwandlung, die grundlegenste Reformation des Bewusstsein.
Ein Schritt auf Gott zu. Ein Schritt vom Mensch weg. Gott ist nicht nett.
Wenn jede Zelle unseres Körpers so präsent ist, dass sie mit Lebendigkeit pulsiert und wenn wir diese Lebendigkeit als Freude des Seins fühlen können, dann sind wir frei von Zeit.
Freude im Sein im Leiden an der Welt

Zeit ist
Was nicht jetzt
Geschieht
Zeit geschieht
Nie
Zeit ist

Aus der Zeit
Gehen wir auf
Gott zu
Vom Mensch weg
Gott ist nicht
Nett

Freude im Sein
Habe ich im
Leiden
An der Welt
Und im Lachen
Darüber


Flauto! Konzerttermine

Diminutionen zu meditativen Texten

1
Ein Mehr an Zeit kann uns nicht von der Zeit befreien.
In einem Meer der Zeit ersaufen wir inmitten der Wüste Welt
Jeder Ton wird aus Stille geboren und stirbt in Stille zurück.
Dazwischen hört man Gott
Nichts auf der Welt gleicht Gott wie die Stille.
Wenn Gott schweigt.
Die Stille ermöglicht dem Ton zu sein.
Gott ermöglicht Gott zu sein.Durch uns.Gäbe es Gott ohne uns? Im Schöpfen sind wir ihm gleich. Nur kann er besser schweigen.
Was ist Stille anderes als Gegenwärtigkeit?
Ja, Gott ist der Moment.
Nichts echtes kann bedroht werden, nichts unechtes existiert.
Die Jahre der Gerechten. Nur echtes hat bestand, alles unechte fällt. Sieh hin! Sie auf! Wisse warum du Staub frisst! Der Lohn der Lügen ist plappernder Dreck. Darum staubt es dir aus dem Maul, wenn du sprichst. Lerne schweigen Lügner, dann wirst du wahr.


In einem Meer der Zeit
Ersaufen wir
Inmitten der Wüste Welt
Dazwischen hört man Gott
Wenn Gott schweigt
Ermöglicht er sich
Zu sein
Durch uns
Den es nicht gäbe
Ohne uns
Was nützt der Moment
Von dem man nicht
Weiss
Schweige Lügner
Behalt den Staub
Im Maul
Den du gefressen hast
Dann wirst du
Wahr


Flauto! Konzerttermine

Führen

Schön ist ein Tanz
Auch durchs Leben
Vor
Zurück
Und
W-iiiiie-ge--schritt

Aufeinander zu
Voneinander weg
Gerade die Rücken
Und Arme weit hoch

Langsam über das Parkett
Welt
Rasend durch den Ballsaal
Zeit
Strahlend
Den Kopf im Nacken
Konzentriert

Fliegst du
Und Führst
Mich
Den Eintänzer
An der Nase
Durch die Tiefen
Auf die Höhe

Das ist schwer
Und Schön
Wie
Wachsen


Flauto! Konzerttermine

Der Greif

Stolz sitzt
Der Greif
Am Saum des Feldes
Auf seinem Holz - T
Jede Regung
In den Furchen
Im Mörderblick
Bevor er seine
Flügel weit
Über mich
Spannt
Mich umkreist
Weil ich ihn störe
Und hat doch nur
Hunger

Flauto! Konzerttermine

Donnerstag, 4. Januar 2007

Gehoben aus dem Nichts

Gehoben aus dem Nichts

Ist Musik
Nichts
Wie das Nichts
Und alles
Wie das Nichts
Und mehr
Als Alles
Und
Nichts
Kennt sie ein
Wahres Mass
Sowenig wie die
Zeit


Flauto! Konzerttermine

Mittwoch, 3. Januar 2007

Verrückt

Einen Verrückten
Erkennt man
Daran
Zu behaupten
Nicht verrückt
Zu sein

Das tue ich
Nicht

Vierzgi gsi ?

Das Gefühl
Nicht Unbedingt
Ein guter Mensch
Zu sein
Wird mir
Egal

Wir alle können
Nur
Lernen

Dienstag, 2. Januar 2007

Bewusstseinserweitert (ohne Droge)

I
Um
Bewusstsein
Zu Erweitern
Muss man
Es haben
Oder
Der Brei
Kocht einfach
Über

II
Wer mich
Erweitert
Kennt meine
Grenzen
Und schickt
Mich darüber
Hinaus aus
Dem
Bewusstsein

III
Woher ich
Komme
Schoss man
An den Grenzen
Auf Brüder
Und habe die
Kalaschnikov
Auf mich
Gerichtet

IV
In
Nächten
Wo du mich
Aufgelöst
Und
Erweitert
Neben mir
Liegen lässt

V
Sind mir
Deine Beine Eine
Meditation
Zwischen ihnen
Himmelpfort
Und
Weltenschlund

VI
An dem ich
Über mich
Wache
(kein doppelter schreibfehler)

Montag, 1. Januar 2007

Neujahrswunsch

Lang
Sei mein Wunsch
Für Euch
Wie ein Flötenton
Von einer laufenden
Frau
Vor einem Altar
Aus brauem Holz
Gehalten

Warm
Ist mein Wunsch
Für Euch
Wie dieser Ton
Der Gott weinen
Lässt
Um seinen fetten
Sohn aus Gips
In der Krippe

Demut
Ist mein Wunsch
Für Euch
Vor denen zu knien
Die Gott
Zum Weinen
Bringen